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ICE-Score: Das Framework zur Priorisierung von Growth Experimenten

Zuletzt aktualisiert: 26.01.2024
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Der ICE-Score ist ein mächtiges Framework, um Ideen aller Art zu priorisieren.

Das von dem US-Amerikaner Sean Ellis geschaffene Modell wurde für die Priorisierung von Growth Experimenten im Zuge einer Growth Marketing Strategie entwickelt. Es bietet sich aber auch an, um Experimente oder generell Ideen aller Art zu bewerten und zu priorisieren.

Der ICE-Score ist aktuell das am weitesten verbreitete und am häufigsten verwendete Priorisierungs-Framework.

Bereit, mehr zu erfahren? Dann lass uns eintauchen und herausfinden, wie du das ICE-Framework zu deinem Vorteil nutzen kannst.

Was ist das ICE-Scoring Modell?

Mit dem ICE-Framework bewertest du Initiativen anhand von Impact, Confidence und Ease – also Einfluss, Zuversicht und Einfachheit. Diese Methode ermöglicht es dir, schnell zu erkennen, welche Ideen das größte Potenzial haben und welche Ressourcen sie erfordern.

Indem du das ICE-Scoring Framework nutzt, kannst du sicherstellen, dass du deine Bemühungen auf die Experimente und Maßnahmen konzentrierst, die den größten Mehrwert für dein Unternehmen oder deine persönlichen Ziele bieten.

Impact – Auswirkung

Der Impact bezieht sich auf die potenzielle Wirkung, die eine Idee oder eine Initiative auf dein Unternehmen haben könnte. Dabei bewertest du, inwieweit die Maßnahme dazu beiträgt, wichtige Ziele zu erreichen. Ein hoher Impact bedeutet, dass das Projekt signifikante positive Veränderungen oder Gewinne verspricht. Die Fragen, die du dir stellen solltest, umfassen:

  • Welchen Einfluss hat die Idee auf die Kundenzufriedenheit?
  • Wie verbessert sie die Marktposition?
  • Kann es die Umsätze steigern?

Indikatoren für hohe Auswirkung sind oft verbesserte Sichtbarkeit und gesteigerte Effizienz.

Confidence – Zuversicht

Confidence steht für das Maß an Zuversicht, welches du in die Bewertungen von Impact und Ease hast. Es geht darum, wie zuversichtlich du bist, dass die geschätzten Auswirkungen eintreten werden und das die Einfachheit der Umsetzung korrekt eingeschätzt wurde. Um die Zuversicht in dein Projekt zu erhöhen, sollten folgende Aspekte berücksichtigt werden:

  • Verfügbarkeit von Daten oder frühere Erfahrungen, die die Erwartungen untermauern
  • Klar definierte Ziele und messbare Erfolgskriterien
  • Risikoeinschätzung und mögliche Gegenmaßnahmen

Ease – Leichtigkeit

Ease bezieht sich auf den Aufwand und die Ressourcen, die nötig sind, um die Initiative umzusetzen. Dabei geht es nicht allein um die Kosten, sondern auch um Zeit, verfügbare Technologie und Personalressourcen. Du fragst dich also:

  • Wie einfach lässt sich das Projekt starten und durchführen?
  • Welche Mittel sind erforderlich?
  • Gibt es bereits die benötigten Fähigkeiten im Team oder müssen diese entwickelt bzw. eingekauft werden?

Projekte mit einer hohen Einfachheit sind wertvoll, weil sie schnelle Siege ermöglichen und oft mit weniger Risiko verbunden sind.

Die Berechnung des ICE-Scores: Zwei gängige Modelle

Um den ICE-Score zu berechnen, werden für Impact, Confidence und Ease Werte zwischen 1 und 5 vergeben. Für eine noch bessere Differenzierung kannst du auch einen Wert zwischen 1 und 10 wählen. Dabei gilt:

  • 1: Sehr geringe Auswirkung/Hohe Unsicherheit/Sehr hoher Aufwand erforderlich
  • 2: Geringe Auswirkung/Unsicherheit/Hoher Aufwand erforderlich
  • 3: Mittlere Auswirkung/Mäßige Zuversicht/Mittelmaß an Ressourcen
  • 4: Hohe Auswirkung/Zuverlässige Daten und hohe Sicherheit/Geringer Aufwand
  • 5: Sehr hohe Auswirkung/Sehr zuverlässige Daten und hohe Sicherheit/Sehr geringer Aufwand

Wenn du dein Projekt bewertest, zeichnen sich diejenigen mit dem höchsten ICE-Score durch eine Kombination aus starkem Impact, hoher Zuversicht und geringem Aufwand aus. Dies vereinfacht die Entscheidung, welche Maßnahmen Priorität genießen sollten.

Berechnungsmodell 1: Einzel- oder Gruppenbewertung

Bei diesem Modell setzt Du Dich mit Deinem Team zusammen, um jede Idee auf den Prüfstand zu stellen. Hierbei legt ihr gemeinsam Werte für die Kriterien Impact, Confidence und Ease jeder Idee fest. Die zugewiesenen Punkte pro Kriterium werden anschließend addiert, um den ICE-Score zu ermitteln.

Dieses Vorgehen eignet sich auch, falls du Ideen oder Initiativen alleine bewertest.

Du findest hier ein praktisches Beispiel, das die Methode illustriert:

IdeeImpactConfidenceEaseICE-Score
Idee 15 5515
Idee 23 3 39
Idee 31236

Berechnungsmodell 2: Individuelle Bewertung im Team

Im Gegensatz dazu steht das zweite Modell, bei dem jedes Teammitglied die drei Kriterien für jede Idee separat bewertet. Die individuellen Bewertungen werden dann zusammengezählt, um den Gesamt-ICE-Score zu berechnen. Diese Methode fördert eine diversifizierte Einsicht und kann zu einer ausgewogeneren Entscheidungsfindung führen.

Ein Beispiel hierfür:

IdeeImpactConfidenceEaseICE-Score
Idee 15+3+2=105+3+2=105+2+2=929
Idee 2 3+4+2=93+4+2=93+5+5=1331
Idee 31+5+5=111+4+4=93+3+4=1030

Beachte, dass die individuellen Einschätzungen zu unterschiedlichen Summen führen, die eine ausgewogene Betrachtung verschiedener Perspektiven rund um das Potenzial der Ideen darstellen.

Vor- und Nachteile bei der Verwendung des ICE-Scores

Wenn du das ICE-Framework für die Priorisierung deiner Projekte anwendest, wirst du schnell feststellen, dass es sowohl Vorteile als auch Herausforderungen gibt. Wir betrachten einige der wichtigsten Aspekte.

Vorteile des ICE-Scores

Zunächst bietet dir der ICE-Score eine strukturierte Herangehensweise, um die Komplexität bei der Entscheidungsfindung zu reduzieren. Die klare Bewertungsmethodik erleichtert es, mögliche Maßnahmen objektiver zu bewerten:

  • Quantitative Messung: Anstelle von subjektivem Bauchgefühl bekommst du eine messbare Zahl.

Herausforderungen bei der Verwendung des ICE-Scores

Obwohl der ICE-Score viele Vorteile hat, gibt es auch einige Herausforderungen:

  • Subjektivität bleibt: Trotz des Versuchs der Objektivität kommt es vor, dass die Einschätzung von Ease oder Confidence subjektiv beeinflusst ist.
  • Dynamische Marktveränderungen: Der ICE-Score ist eine Momentaufnahme und kann sich bei veränderten Marktbedingungen schnell überholen.
  • Ressourcen für Bewertungsprozess: Die Erstellung und Bewertung der Scores benötigt Zeit und Ressourcen, die du nicht unterschätzen solltest.

Durch die Beachtung dieser Faktoren kannst du die Effektivität des ICE-Frameworks in deinem Projektmanagement verbessern. Indem du dir bewusst bist, dass jedes System seine Grenzen hat, kannst du die Stärken des ICE-Scores gezielt nutzen, um den Wachstum voranzutreiben.

Wann sollte das ICE-Framework verwendet werden?

Geeignete Anwendungsfälle

Beim ICE-Bewertungsmodell dreht sich alles um die optimale Priorisierung von Maßnahmen und Ideen, die Du hast. Nutze es, wenn Du vor einer Vielzahl von Möglichkeiten stehst und eine klare Richtung benötigst, in welche Du Deine Ressourcen investieren sollst.

Hier sind konkrete Szenarien, in denen sich das ICE-Modell besonders bewährt hat:

  • Growth Marketing: In dynamischen Growth Teams, wo schnelles Handeln gefragt ist, bietet ICE den Rahmen, um zügig zu entscheiden und schneller zu wachsen.
  • Marketing-Kampagnen: Bevor Du eine Kampagne ausrollst, kannst Du mit ICE abschätzen, welcher Ansatz den größten Impact verspricht.
  • Produktentwicklung: ICE hilft Dir, Features zu bewerten, damit Du weißt, welche Entwicklungen das größte Potenzial für Deinen Erfolg haben.

Nicht Geeignete Anwendungsfälle

Das ICE-Modell ist ein starkes Werkzeug, aber nicht für jede Situation geeignet. Es gibt Umstände, unter denen Du es vielleicht vermeiden solltest:

  • Sehr komplexe Projekte: Wenn Dein Projekt extrem viele Variablen hat und sehr umfangreich ist, kann der ICE-Score zu einer Vereinfachung führen, die wichtige Aspekte außer Acht lässt.
  • Langfristige strategische Entscheidungen: ICE bewertet vorrangig den kurz- bis mittelfristigen Impact. Für langfristige strategische Entscheidungen könnten andere Faktoren höher wiegen.
  • Projekte mit unklarem Impact: Solltest Du Schwierigkeiten haben, den potenziellen Impact klar zu bewerten, kann das zu verzerrten Ergebnissen im ICE-Modell führen.
  • Entscheidungen mit hohem Risiko: Bei hohem Risiko und gravierenden Folgen solltest Du auf umfassendere Risikoanalysen setzen und nicht allein auf ICE vertrauen.

Ein bewusster Umgang mit dem ICE-Framework ermöglicht Dir, dessen Stärken auszuspielen ohne von seinen Grenzen überrascht zu werden. Es handelt sich um ein flexibles Werkzeug, das Dich bei einer Vielzahl von Entscheidungen unterstützt – solange Du weißt, wann es angebracht ist und wann Du auf zusätzliche Instrumente und Ansätze zurückgreifen solltest.

Alternativen zum ICE-Framework

Du hast jetzt ein gutes Verständnis für das ICE-Framework und weist, wie du es effektiv einsetzt. Unter Growth Teams, welche ihre Ideen und Experimente strukturiert bewerten, ist das ICE-Score Modell das beliebteste. Doch es gibt Situationen, in denen andere Methoden besser geeignet sein können.

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Konkurrierend zum ICE-Score Modell gibt es auch Alternativen wie RICE, PIE, KANO oder MoSCoW, die dich bei spezifischen Anforderungen unterstützen können.

  • Das RICE Modell ist eine Weiterführung des ICE-Scorings und erweitert dieses um den Faktor Reach (Reichweite). Bei diesem Berücksichtigst du ebenfalls, wie viele Personen das Experiment innerhalb eines bestimmten Zeitraums wahrscheinlich erreichen wird.
  • Das PIE Modell setzt sich aus Potential, Importance und Ease zusammen.

Was solltest du als nächstes tun?

Danke das du den Artikel bis hierin gelesen hast. Hier sind 3 mögliche Schritte, die dir helfen, deine Marketing Skills auf das nächste Level zu heben:
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